Als ich mich mit meiner Kamera auf den Weg machte, um die auf dieser Webseite vor- gestellten Sehenswürdigkeiten von Konstanz einzufangen, begann für mich eine ganz besondere Reise - eine neue Identifizierung mit der Stadt, in der ich schon seit mehr als 30 Jahren lebe. Es fiel mir plötzlich auf, dass viele Häuser in der denkmalgeschützten Altstadt Namen tragen, die sowohl mit den Gestirnen am Himmel als auch mit dem Tierkreis (Zodiak) in Verbindung gebracht werden können. Über das Internet wurde ich fündig und entdeckte eine Liste all der » alten Konstanzer Hausnamen.
Mit ganz neuem Blick lief ich, mit dieser Liste in der Hand, durch die Gassen von Konstanz. Auch wenn ich nicht zu jedem der 12 Tierkreiszeichen einen entsprechenden Hausnamen fand - manche Häuser sind bereits abgerissen, manche Fassaden leider modernisiert oder mit Firmennamen behangen -, so bin ich doch ganz stolz auf meinen Fund, der davon zeugt, dass das Wissen um die Astrologie im 14. und 15. Jahrhundert in Konstanz schon sehr populär war.
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Es wäre natürlich spannend, nachzuforschen, ob diese Namen irgendeinen Bezug zu ihrem damaligen Besitzer hatten. Hausnamen wie "Zur vorderen Jungfrau" bzw. "Zur hinteren Jungfrau" könnten Anlass zu allerlei Spekulationen geben ... Auf der Suche nach einem "Stier" stieß ich zwar auf drei Häuser mit der Bezeichnung "Zum roten Ochsen" und sogar einen "Fliegenden Ochsen". Aber zufrieden stellen konnte mich das nicht - eine Ochse ist nun mal kein Stier.
Kurz vor der Schweizer Grenze bin ich sogar auf ein Haus mit dem Namen "Zum Drachenkopf" gestoßen - die chinesische Bezeichnung des nördlichen Mondknotens, der bei einer Sonnenfinsternis immer in der Nähe des Neumonds steht. Als Drachenkopf wird er bezeichnet, weil nach der Vorstellung des Volkes ein Drache die Sonne auffrisst, was zur Verdunkelung führt. Schon vor mehreren tausend Jahren konnten Astrologen in China Sonnen- und Mondfinsternisse berechnen und vorhersagen, was ihnen am Hof des Kaisers eine machtvolle Position einbrachte.
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